Ein Zahnimplantat braucht ein stabiles Fundament: Rundum sollte es von etwa 1,5 bis 2 Millimetern festem Kieferknochen umgeben sein. Ist der Kiefer nach einem länger zurückliegenden Zahnverlust oder einer Parodontitis dafür zu schmal oder zu flach geworden, schafft ein Knochenaufbau – in der Fachsprache Augmentation – wieder die nötige Grundlage. In unserer Praxis in Stuttgart-West führt Dr. Tobias Feise, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, den Aufbau und die Implantation selbst durch.
Geplant wird im 3D-Röntgen, und oft ist der Aufbau im selben Eingriff wie die Implantation möglich. Die spätere Krone fertigt unser hauseigenes Meisterlabor, abgestimmt auf die geplante Implantatposition. Übrigens braucht nicht jeder Kiefer mit wenig Knochen überhaupt einen Aufbau: Mit All-on-4® oder Mini-Implantaten geht es oft auch ohne.

Kieferknochen braucht Belastung, um erhalten zu bleiben. Beim Kauen leitet die Zahnwurzel Druck in den Knochen weiter und hält ihn so stabil. Fehlt ein Zahn, fällt dieser Reiz weg und der Knochen bildet sich zurück, am stärksten in den ersten Monaten nach der Zahnentfernung. Je länger eine Lücke unversorgt bleibt, desto weniger Knochen steht später für ein Implantat zur Verfügung.
Häufige Ursachen für Knochenschwund im Kiefer:
GUT ZU WISSEN: Muss ein Zahn entfernt werden, lässt sich ein späterer Knochenaufbau oft vermeiden oder deutlich verkleinern: entweder mit einem Sofortimplantat, das direkt in das frische Zahnfach gesetzt wird, oder mit einer Socket Preservation, die den Kieferkamm bis zur Implantation erhält. Mehr zu Sofortimplantaten in Stuttgart.
Vor jeder Implantation vermessen wir Ihren Kiefer mit der digitalen Volumentomografie (DVT). Die dreidimensionale Aufnahme zeigt Höhe, Breite und Dichte des Knochens, die Lage der Kieferhöhle und den Verlauf der Nerven. Auf dieser Grundlage entscheidet Dr. Feise, ob das Implantat direkt gesetzt werden kann, ob ein Knochenaufbau nötig ist und welches Verfahren dafür am schonendsten ist. Die Planung besprechen wir mit Ihnen direkt am Bildschirm. Mehr zur 3D-Diagnostik für Zahnimplantate.

Knochenaufbau und Implantation liegen bei WHITEBLICK in einer Hand: Praxisinhaber Dr. Tobias Feise ist seit 2009 Fachzahnarzt für Oralchirurgie und seit mehr als 20 Jahren in der Implantologie tätig. Als Parodontologe der DG PARO kennt er auch eine der häufigsten Ursachen für Knochenschwund im Kiefer genau und behandelt sie vor dem Aufbau. Studiert und promoviert hat er in Heidelberg, seine chirurgische Weiterbildung absolvierte er in Bad Homburg.
Bei WHITEBLICK plant Dr. Feise den Knochenaufbau bereits mit Blick auf die spätere Krone. Unsere Zahntechniker im hauseigenen Meisterlabor in Stuttgart-West sind von Anfang an eingebunden: Wo das Implantat steht, wie viel Knochen dafür aufgebaut wird und wie der Zahnersatz später aussieht, stimmen wir direkt miteinander ab, ohne Umweg über ein externes Labor. Für Sie heißt das: kurze Wege, weniger Termine und ein Zahnersatz, der genau zur geplanten Implantatposition passt.
Welches Verfahren wir wählen, hängt davon ab, wie viel Knochen fehlt, ob Höhe oder Breite betroffen ist und wo das Implantat stehen soll. Häufig lassen sich die Methoden auch kombinieren.
Nach einer Zahnentfernung baut sich der Knochen an dieser Stelle besonders schnell ab. Kann das Implantat nicht sofort gesetzt werden, füllen wir das leere Zahnfach noch im selben Termin mit Knochenersatzmaterial auf, ergänzt durch PRF aus Ihrem Eigenblut, und decken es ab. So bleibt die Form des Kieferkamms weitgehend erhalten, und ein größerer Knochenaufbau wird später oft überflüssig. Nach etwa drei bis vier Monaten kann das Implantat gesetzt werden.
Fehlt nur wenig Knochen, lagern wir Knochenersatzmaterial oder fein zerkleinerten Eigenknochen direkt an der Implantatstelle an. Eine Membran deckt das Material ab und schützt es, während sich neuer Knochen bildet. Fachleute sprechen von gesteuerter Knochenregeneration (GBR). Meist ist dieser Aufbau im selben Eingriff wie die Implantation möglich.
Im hinteren Oberkiefer liegt direkt über den Zahnwurzeln die Kieferhöhle. Nach Zahnverlust bleibt dort oft nur eine dünne Knochenschicht. Beim Sinuslift hebt Dr. Feise die Schleimhaut am Boden der Kieferhöhle behutsam an und füllt den entstandenen Raum mit Knochenmaterial auf.
Hat der Kieferkamm stark an Breite oder Höhe verloren, reicht angelagertes Material allein oft nicht aus. Dann setzen wir ein passend zugeschnittenes Knochenstück an die betroffene Stelle und fixieren es mit feinen Schrauben. Den Block entnehmen wir entweder aus dem Bereich des Unterkieferwinkels, oder wir verwenden einen aufbereiteten Fertigblock (mehr dazu unter „Materialien“). Nach etwa vier bis sechs Monaten ist der Block eingeheilt und das Implantat kann gesetzt werden.
Ist der Kieferkamm hoch genug, aber zu schmal, wird er der Länge nach vorsichtig gespalten und aufgedehnt. In den entstandenen Spalt setzen wir direkt das Implantat und füllen verbleibende Hohlräume mit Knochenmaterial auf. So genügt ein Eingriff statt zwei.
| Methode | Geeignet bei | Implantat im selben Eingriff? | Einheilzeit (ca.) |
|---|---|---|---|
| Socket Preservation | Zahnentfernung, wenn nicht sofort implantiert wird | nein, Implantat folgt | 3–4 Monate bis zur Implantation |
| Knochenersatzmaterial + Membran | kleineren Defekten | meist ja | 3–6 Monate |
| Interner Sinuslift | etwas zu wenig Knochenhöhe im hinteren Oberkiefer | ja | 3–4 Monate |
| Externer Sinuslift | sehr wenig Knochenhöhe im hinteren Oberkiefer | teilweise | 6–9 Monate |
| Knochenblock | größeren Defekten in Höhe oder Breite | nein | 4–6 Monate bis zur Implantation |
| Bone Splitting | schmalem Kieferkamm | ja | 3–4 Monate |
Oberkiefer: Der Knochen ist weicher und poröser, im Seitenzahnbereich begrenzt die Kieferhöhle die verfügbare Höhe. Deshalb ist hier der Sinuslift das häufigste Verfahren. Die Einheilung dauert im Oberkiefer meist etwas länger.
Unterkiefer: Der Knochen ist dichter und fester. Im Seitenzahnbereich verläuft im Kiefer der Unterkiefernerv, den wir in der 3D-Planung genau berücksichtigen. Fehlt Knochen, betrifft das häufig die Breite des Kieferkamms. Dann kommen vor allem Anlagerungen, Bone Splitting oder ein Knochenblock infrage.
Welches Material wir verwenden, hängt von der Größe des Defekts und vom Verfahren ab. Häufig kombinieren wir mehrere Materialien.
Eigenknochen enthält lebende Zellen und körpereigene Wachstumsfaktoren und heilt besonders gut ein. Kleinere Mengen gewinnen wir meist direkt im Operationsgebiet, zum Beispiel beim Vorbereiten des Implantatbetts. Für einen Knochenblock entnehmen wir Knochen aus dem Bereich des Unterkieferwinkels.
Knochenersatzmaterial vom Rind wird so aufwendig gereinigt, dass nur das mineralische Gerüst übrig bleibt. Es ähnelt in seiner Struktur menschlichem Knochen und wird nur sehr langsam abgebaut. Dadurch bleibt das aufgebaute Volumen lange stabil.
Synthetisches Knochenersatzmaterial wird im Labor hergestellt und enthält keine tierischen oder menschlichen Bestandteile. Es dient als Gerüst, in das neuer Knochen einwächst, und wird mit der Zeit durch eigenen Knochen ersetzt.
Aufbereiteter Spenderknochen stammt von menschlichen Lebendspendern und wird speziell aufbereitet. Wir nutzen ihn vor allem als Fertigblock bei größeren Defekten. Industriell hergestellte Blöcke sind eine weitere Möglichkeit. Beides erspart Ihnen eine zweite Operationsstelle.
Möchten Sie aus gesundheitlichen, religiösen oder persönlichen Gründen auf bestimmte Materialien verzichten, etwa auf tierische Bestandteile, besprechen wir die Alternativen vorab mit Ihnen.
Nur begrenzt. Abgebauter Kieferknochen wächst von selbst nicht nach. Eine gute Versorgung mit Vitamin D, Vitamin K2 und Kalzium unterstützt zwar den Knochenstoffwechsel, verlorenes Volumen stellt sie aber nicht wieder her. Gezielt fördern lässt sich dagegen die Heilung nach einem chirurgischen Eingriff.
Dafür setzen wir die Eigenbluttherapie (PRF) ein, bei jedem Knochenaufbau ebenso wie bei Zahnentfernungen und Implantationen: Aus einer kleinen Menge Ihres Blutes gewinnen wir körpereigene Wachstumsfaktoren und bringen sie in das Operationsgebiet ein, um die Wund- und Knochenheilung zu unterstützen. Ergänzend kann die Ozontherapie das Operationsgebiet ohne chemische Zusätze desinfizieren. Ist das Implantat eingeheilt, sorgt es beim Kauen selbst dafür, dass der Knochen wieder belastet wird und erhalten bleibt.

Dr. Feise untersucht Zähne, Zahnfleisch und Kiefer und vermisst das Knochenangebot im DVT. Liegt eine Parodontitis oder eine andere Entzündung vor, behandeln wir diese zuerst.

Sie erfahren, welches Verfahren und welches Material für Sie infrage kommen, ob Knochenaufbau und Implantat in einem Eingriff möglich sind, wie lange die Behandlung insgesamt dauert und mit welchen Kosten Sie rechnen können.

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Haben Sie Angst vor der Behandlung oder steht ein größerer Eingriff an, ist auch eine Behandlung im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose möglich. Zur Unterstützung der Heilung setzen wir PRF ein.

Der aufgebaute Knochen braucht einige Monate, bis er fest und belastbar ist. Wie lange genau, hängt vom Verfahren ab (siehe Vergleich oben). Sichtbare Lücken überbrücken wir in dieser Zeit mit einem Provisorium, den Heilungsverlauf kontrollieren wir regelmäßig.

Wurde das Implantat nicht schon beim Knochenaufbau gesetzt, folgt jetzt die Implantation. Nach dem Einheilen fertigt unser Meisterlabor auf Basis eines digitalen Scans Ihre Krone oder Brücke. Wie es ab hier weitergeht, lesen Sie auf unserer Seite zu Zahnimplantaten in Stuttgart.
Schwellungen, ein Druckgefühl und leichte Schmerzen sind nach dem Eingriff normal. Sie sind meist am zweiten oder dritten Tag am stärksten und klingen innerhalb einer Woche ab. Auch Blutergüsse und nach einem Sinuslift leichtes Nasenbluten können vorkommen.
Seltener sind Wundheilungsstörungen oder Infektionen, ein teilweiser Abbau des Aufbaumaterials oder ein Einriss der Kieferhöhlenschleimhaut. Im Unterkiefer kann in Nervnähe ein vorübergehendes Taubheitsgefühl auftreten. Eine genaue 3D-Planung, eine entzündungsfreie Ausgangslage und Ihre Mitarbeit in der Heilphase senken diese Risiken deutlich. Erhöht ist das Risiko bei Rauchern, schlecht eingestelltem Diabetes und unbehandelter Parodontitis.

Ein Knochenaufbau ist ein bewährtes Verfahren, bedeutet aber einen zusätzlichen Eingriff und mehr Behandlungszeit. Deshalb prüfen wir bei jedem Patienten, ob sich der vorhandene Knochen auch ohne Aufbau nutzen lässt. Für Implantate ohne Knochenaufbau bieten wir in Stuttgart zwei Wege an.
Bei zahnlosen oder fast zahnlosen Kiefern wird eine festsitzende Brücke klassischerweise auf sechs Implantaten im Unterkiefer und acht im Oberkiefer verankert. Dafür muss auch im hinteren Kiefer genug Knochen vorhanden sein, weshalb vorher häufig ein Sinuslift oder ein anderer Knochenaufbau nötig ist.
Beim All-on-4®-Konzept setzt Dr. Feise die hinteren Implantate nach 3D-Planung schräg ein. So nutzen sie die Bereiche mit dem stabilsten Restknochen, und in den meisten Fällen entfällt der Knochenaufbau. Im Unterkiefer genügen vier, im Oberkiefer meist sechs Implantate. Noch am Tag der Operation erhalten Sie eine feste provisorische Brücke. Ablauf, Kosten und Patientenerfahrungen finden Sie auf unserer Seite All-on-4 Stuttgart – feste Zähne an einem Tag.
Mini-Implantate sind deutlich schlanker als herkömmliche Implantate und finden auch in schmalen Kieferkämmen Halt. Sie werden vor allem zur Stabilisierung von Prothesen eingesetzt und machen einen Knochenaufbau häufig überflüssig. Einen Vergleich aller Implantatarten finden Sie in unserer Übersicht zu Zahnimplantaten.
Zahnersatz bei Knochenschwund: Ihre Möglichkeiten
Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie viele Zähne fehlen, wie viel Knochen vorhanden ist und was Ihnen wichtig ist:
Gerne beraten wir Sie individuell zu Ihren Möglichkeiten!

Was ein Knochenaufbau kostet, hängt vom Verfahren, der Größe des Defekts, dem Material und davon ab, ob Sie eine Behandlung im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose wünschen. Zur Orientierung:
Die Beträge gelten je Behandlungsregion und kommen zu den Kosten des Implantats hinzu. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie von uns einen transparenten Heil- und Kostenplan.
Kostenübernahme: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Knochenaufbau für Implantate nur in seltenen Ausnahmefällen, beteiligt sich aber mit einem Festzuschuss am späteren Zahnersatz. Private Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen erstatten je nach Tarif ganz oder teilweise. Reichen Sie den Heil- und Kostenplan am besten vorab ein.
Von selbst wächst verlorener Kieferknochen nicht nach. Mit einem Knochenaufbau lässt sich das fehlende Volumen aber wiederherstellen. Ein anschließend gesetztes Implantat belastet den Knochen beim Kauen und beugt weiterem Abbau vor. Ist eine Parodontitis die Ursache, stoppt ihre Behandlung den Knochenabbau.
Auch bei stark abgebautem Knochen gibt es fast immer eine Lösung. Grenzen setzen eher allgemeine gesundheitliche Faktoren, etwa eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich, die Einnahme bestimmter Knochenmedikamente wie Bisphosphonate, ein schlecht eingestellter Diabetes oder starkes Rauchen. Dann wägen wir Nutzen und Risiken besonders sorgfältig ab und prüfen Alternativen wie All-on-4® oder Mini-Implantate.
Knochenaufbauten führen vor allem Oralchirurgen, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen sowie Zahnärzte mit Schwerpunkt Implantologie durch. Bei WHITEBLICK übernimmt das Praxisinhaber Dr. Tobias Feise, seit 2009 Fachzahnarzt für Oralchirurgie. Er führt Knochenaufbau und Implantation selbst durch.
Während des Eingriffs spüren Sie dank örtlicher Betäubung keine Schmerzen. Wenn Sie möchten, erleben Sie die Behandlung im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Danach sind leichte Schmerzen und eine Schwellung für einige Tage normal, gängige Schmerzmittel helfen in dieser Zeit gut.
Das Zahnfleisch ist nach etwa zwei Wochen verheilt. Bis der aufgebaute Knochen ein Implantat sicher tragen kann, vergehen je nach Verfahren drei bis neun Monate. Ein interner Sinuslift oder ein Bone Splitting ist nach etwa drei bis vier Monaten eingeheilt, ein externer Sinuslift braucht am längsten.
Rechnen Sie mit zwei bis drei ruhigen Tagen. Danach sind die meisten Patienten wieder arbeitsfähig, sofern sie keine schwere körperliche Arbeit verrichten. Sport und Sauna sollten Sie etwa eine Woche pausieren. Nach einem Sinuslift gilt zusätzlich rund zwei Wochen lang besondere Vorsicht beim Schnäuzen und Fliegen.
Häufig ja: Bei kleineren Anlagerungen, beim internen Sinuslift und beim Bone Splitting setzen wir das Implantat meist im selben Eingriff. Nach einer Socket Preservation, einem Knochenblock oder einem umfangreichen externen Sinuslift muss der Knochen dagegen erst einheilen.